23. Oberpfälzer
BAUMESSE

03./04. März 2018
SA + SO 10-18 Uhr

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Messeneuheiten

Ein Haus nach Maß

Dieses Haus in energieeffizienter Bauweise hat sich Familie Mocker aus Amberg von Bauunternehmer Wolfgang Hummel bauen lassen.
Wir haben die Baufamilie besucht.
Wer heute baut, wird zwangsläufig mit dem Thema Energieeffizienz konfrontiert. Viele Bauherren sehen in den Vorgaben der Energieeinsparverordnung einen Kos- tentreiber. Zu Unrecht finden Christa und Mario Mocker, die sich bewusst für ein energieeffizient geplantes und gebautes Haus entschieden haben.

Gebaut haben sie es mit Wolfgang Hummel, Bauunternehmer aus Amberg und ausgewiesener Experte auf dem Gebiet energieeffizienter Häuser. Im Februar 2016 gaben uns Christa und Mario Mocker einen Einblick in die Entstehungsgeschichte Ihres Hauses.

Chemie hat auf Anhieb gepasst
„Mit Wolfgang Hummel haben wir gleich eine gemeinsame Ebene gefunden. Er hat auf Anhieb verstanden, worum es uns geht und sehr geduldig an unserem Hauskonzept gefeilt.“ erzählt Christa Mocker.
„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, viele Musterhäuser angeschaut und mit einigen Unternehmen sehr konkrete Gespräche geführt. Am Ende war es Wolfgang Hummel, der unsere Wünsche am besten in ein solides Paket schnüren konnte und uns, das muss man auch sagen, einen fairen Preis gemacht hat.“

DSCF6797Klare Kante
Wenn man auf das Haus von Christa und Mario Mocker zufährt, fällt als erstes die schnörkellose, klare Architektur auf. Der Baukörper ist rechteckig und wird von einem Pultdach abgeschlossen. Vorsprünge, Erker oder einen vorgebauten Windfang sucht man vergebens. Einzig ein dunkelrot abgesetzter, farbiger Streifen lockert die Fassade auf.
„Wir hatten klare Prioritäten,“ sagt Mario Mocker. „Die energieoptimierte Ausrichtung, die Nutzbarkeit der Räume und die sonstige technische Ausstattung waren uns wichtiger als architektonische Finessen an der Fassade.“
„Der rote Streifen war meine Idee“ berichtet Christa Mocker. „Ich fand die hohe Seite recht kahl und mächtig. Mit dem Streifen wirkt sie leichter. Das Dunkelrot haben wir bei der Haustür und unserem Gartenhäuschen noch einmal aufgenommen.“
DSCF6813Deutlich wird die Anpassung des äußeren Erscheinungsbildes an innere Nutzen, wenn man die Anordnung der Fenster betrachtet und einen Blick auf die Ausrichtung des Pultdaches wirft.
Mario Mocker sagt dazu: „Die Fenster sind so platziert, dass sie uns im Inneren, in den jeweiligen Räumen, den optimalen Nutzen bieten. Dass sich dadurch ein etwas uneinheitliches Äußeres ergibt, nahmen wir in Kauf.“

Photovoltaik-Anlage war bestimmend für Dachausrichtung
Häuser mit Pultdach werden meist mit der hohen Seite nach Süden ausgerichtet, um auf der Sonnenseite möglichst viel und auf der „kalten Seite“ möglichst wenig Außenwandfläche zu haben.
Mockers haben es genau anders herum gemacht.
„Wolfgang Hummel hat uns bestätigt, dass eine Photovoltaik-Anlage ein echter Gewinn ist und nicht nur zur Energiebilanz unseres Hauses beiträgt, sondern auch einen positiven Beitrag zur Wirtschaftsbilanz liefert. Eine PV-Anlage richtet man aber nach Süden aus. Also haben wir unser Dach ebenfalls nach Süden ausgerichtet. Dadurch konnten die Module liegend und ohne aufwändige Aufständerung montiert werden. Mit der sonst üblichen Ausrichtung wäre das nicht gegangen,“ beschreibt Mario Mocker die Gründe für die „umgekehrte“ Bauweise.

Vorrangig Eigenverbrauch
Den Strom, den die PV-Anlage liefert, verbraucht die Familie vorrangig selbst. Da die Gestehungs- kosten des Solarstroms deutlich unter dem Bezugspreis von Strom aus dem öffentlichen Netz liegen, sparen die Mockers mit jeder kWh, die sie selbst verbrauchen, bares Geld. Eingespeist wird nur dann, wenn die PV-Anlage mehr Strom liefert, als gerade im Haus verbraucht wird. Unterm Strich rechnet sich das kleine Solarkraftwerk auf dem Dach, so dass es sogar einen Beitrag zur Finanzierung des Hauses liefert. „Obwohl wir aus Überzeugung Öko-Strom der Stadtwerke Amberg beziehen, rüsten wir irgendwann vielleicht noch einen Stromspeicher nach, um unsere Eigenverbrauchsquote zu erhöhen. Den Platz dafür haben wir eingeplant,“ verrät Mario Mocker.
Solarthermie macht solaren Energiegewinn komplett
Ebenfalls auf dem Dach montiert sind Solarkollektoren einer Solarthermie-Anlage. Sie liefern Wärme für die Brauchwassererwärmung und zur Heizungsunterstützung.
Sowohl Photovoltaik als auch Solarthermie seien von Anfang an geplant gewesen, erzählen die Mockers, allerdings sei der Maßstab zunächst kleiner gewesen. Die Anregung, solare Energie in größerem Umfang zu nutzen, sei von Wolfgang Hummel gekommen.  
„Durch die Solarthermie und die gute Wärmedämmung ist unser „Restheizbedarf“ so klein, dass uns eine kleine Brennwerttherme reicht. Für uns war das die preiswerteste und simpelste Lösung. Wir hätten aber auch eine Wärmepumpe oder eine kleine Pellet-Anlage nehmen können.“
Verteilt wird die Wärme im ganzen Haus über eine Fussbodenheizung. Heizkörper sucht man bei den Mockers vergeblich. Dadurch können die Wandflächen flexibler genutzt werden.

Keine Dämmplatten,
lieber dicke Wände
Mit verantwortlich für den geringen Heizwärmebedarf sind auch die Außenwände und deren gute Wärmedämmeigenschaften sowie die Wärmeschutzfenster von Höhbauer und eine optimal gedämmte Haustür.DSCF6830
Christa Mocker sagt dazu: „Ich wollte keine Dämmplatten aus Styropor auf den Außenwänden haben, die uns teurer gekommen wären und die man später vielleicht aufwändig abnehmen und entsorgen muss. Mir war wichtig, dass die Wandsteine selbst diese Dämmleistung erbringen. Wolfgang Hummel war uns als Spezialist für den Bau mit Porenbeton bekannt, der sich für uns als goldrichtiger Stein herausgestellt hat. Unsere Wände sind 42,5 cm dick und halten unser Haus schön warm. Und die Fenster mit Wärmeschutz-Verglasung von einem guten Anbieter aus der Region waren für uns die erste Wahl.“ Prof. Dr. Mario Mocker, der an der OTH Amberg-Weiden u.a. die Fächer Energieeffizienz und Erneuerbare Energien unterrichtet, wartet mit konkreten Zahlen auf: „Damit unterschreiten wir die ab 2016 geltenden verschärften Anforderungen um mehr als 25% und kommen dem Passivhausstandard schon recht nahe.“

Wärmeverteilung per
Fußbodenheizung
Ein weiterer Vorteil der Fußbodenheizung ist deren Funktionsprinzip. Da eine große Fläche beheizt wird, sind vergleichsweise niedrige Vorlauftemperaturen ausreichend um den gewünschten Heizeffekt zu erzielen. Zudem gibt eine Fußbodenheizung Strahlungswärme ab (im Gegensatz zur Konvektionswärme), die als besonders angenehm empfunden wird. Letzten Endes wird so mit geringerem Aufwand die Wohlfühltemperatur erreicht. Das spart Geld und bringt Komfort.

Lüften lassen
Der abschließende Baustein im Energieeffizienzkonzept der Familie Mocker, dessen Realisierung auch Wolfgang Hummel sehr am Herzen lag, ist die kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Mit ihr wird dafür gesorgt, dass nicht nur ein regelmäßiger und ausreichender Luftaustausch stattfindet, sondern auch, dass dabei möglichst wenig Wärme verloren geht.
„Man hat uns ja alle möglichen Schauergeschichten über kontrolliertes Lüften erzählt. Aber  nichts davon ist wahr. Wir können Fenster aufmachen, wann wir wollen und in der übrigen Zeit sorgt die Anlage für den optimalen Luftaustausch. Wir haben immer frische Luft und sparen noch dabei,“ erzählt Christa Mocker.

DSCF6833Grundrissplanung mit
klaren Zielen
Auch bei der Grundrissplanung standen klare Anforderungen Pate. Christa Mocker sagt dazu: „Mir war wichtig, dass man Wohnzimmer und den Koch/Essbereich abtrennen kann, gleichzeitig sollte es sich aber nicht abgeschottet anfühlen. Also haben wir uns für eine breite Schiebetür entschieden, die man bei Bedarf schließen kann. Meist ist sie offen, dann hat unser Wohnbereich einen eher offenen Charakter.
Und wir haben die Räume so verteilt, dass wir beide auch nur das Erdgeschoss bewohnen könnten. Jetzt ist das noch kein Thema, aber wer weiß, vielleicht wollen oder können wir in 30 Jahren keine Treppen mehr steigen oder wollen uns einfach auf weniger Fläche zurückziehen?“
„Man könnte unser Haus sogar mit wenig Aufwand in zwei kleinere, separate Wohneinheiten trennen,“ ergänzt Mario Mocker.
Pultdach überzeugt
Dass das Haus ein Pultdach hat, war dem Bebauungsplan geschuldet, der nichts anderes zuließ. Ein Umstand, der anfänglich für Skepsis sorgte. Mario Mocker: „Ich habe etwas gebraucht, um die Vorteile eines Pultdachs zu sehen. Einer ist ganz klar, dass man auch im Obergeschoss keine Dachschrägen hat. Das vergrößert den nutzbaren Platz ganz erheblich. Und da die gesamte Dachfläche in eine Richtung zeigt, konnten wir sie auch komplett für die solaren Energie-Gewinne nutzen. Ausgeführt hat das Pultdach die Schmidgadener Zimmerei Meier, ebenfalls ein bewährter Partner von Wolfgang Hummel, der bei der Wahl seiner Hand- werkspartner auf beste Kompetenzen, handwerkliches Können und Regionalität setzt, wie Familie Mocker erzählt. So seien von den Fliesen- arbeiten bis zum Dach alle Handwerker aus der Region gewesen.  „Das ist ja auch eine Form der Nachhaltigkeit, wenn die Leute kurze Wege haben und aus der Gegend sind.“

„Würden Sie wieder alles genau so machen?„
„Ja, würden wir. Wir haben den richtigen Bauunternehmer gefunden, der einerseits unsere Wünsche und Ziele umgesetzt hat und uns andererseits mit wertvollen Tipps und Anregungen weitergeholfen hat. Man hat einfach gemerkt, das Wolfgang jahrzehntelange Erfahrung mit der energieeffizienten Bauweise hat.
In Finanzierungsfragen haben wir mit Reinhold Lutter von der Bonnfinanz einen kompetenten und engagierten Partner.
Die Entscheidung, bewusst energieeffizient zu bauen, war ebenfalls richtig. Wir können jetzt schon sagen, dass sich die überraschend geringen Mehrausgaben durch ein Plus an Wohnqualität gelohnt haben. Langfristig wird DSCF6836sich die Investition selbst bei niedrigen Ölpreisen auch in Euro und Cent rechnen", darin sind sich Christa und Mario Mocker sicher.

Fotos/Text: Harald Graf

Bei Fragen steht Wolfgang Hummel im Erdgeschoss auf Stand Nr. 19 zum Gespräch zur Verfügung.